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Vegan-Challenge – Zusammenfassung und Fazit

„Why are vegans made fun of while the inhumane factory farming process regards animals and the natural world merely as commodities to be exploited for profit?“ – Ellen Page

Ihr Lieben, 

in meinen letzten Posts habe ich euch von der Vegan-Challenge berichtet, welche ich gemeinsam mit meinem Freund „überstanden“ habe. Ich weiß nicht so recht, ob „überstanden“ hier das richtige Wort ist, denn für mich war es weniger schwierig als gedacht. Für meinen Freund war es schon eher eine Herausforderung, denn er isst gerne Fleisch und Fisch und mochte den Sojageschmack nicht so recht (was ich nachvollziehen kann). Auch war es für ihn nicht angenehm, das Gefühl zu haben, sich einschränken zu müssen oder nicht wirklich frei in der Essenswahl zu sein. Dieses Gefühl teile ich mit ihm, denn es ist immer noch ziemlich schwierig – insbesondere als „Neu-Veganer“ – sich im Supermarkt oder auch beim Auswärtsessen zurecht zu finden. 

Wir haben im Laufe dieser vier Wochen die Erfahrung gemacht, dass viele Restaurants mittlerweile zwar vegetarische Gerichte auf der Karte führen und auch problemlos Gerichte für Vegetarier anpassen können. Veganer stellen jedoch häufig eine Herausforderung für Verkäufer, Bedienungen oder Köche dar. Da wir sehr gerne und auch häufig auswärts essen, war dies eine unserer ersten Erfahrungen, die wir als „Veganer“ gemacht haben. Wenige Restaurants sind vegan-freundlich bzw. führen vegane Gerichte. In Frankfurt sind wir jedoch in der glücklichen Lage, eine Vielzahl an Restaurants und auch außergewöhnlicher Restaurants zu haben, sodass wir durch ein wenig Internetrecherche fündig wurden und vegane Restaurants ausfindig machen konnten. Zuerst probierten wir veganes Frühstücken aus, denn dies mache ich persönlich sehr gerne und ich konnte mir vorstellen, dass dies noch am ehesten und einfachsten umsetzbar ist (abgesehen von meinem geliebten Cappuccino und Joghurt mit Obst). Wir trafen uns gleich in der ersten Vegan-Woche mit unseren Freunden zum Frühstücken im Ginko auf der Bergerstraße in Frankfurt und wurden nicht enttäuscht. Besonders gefreut hat es mich, dass auch mein Freund hinterher sagte, dass es ihm wirklich gut geschmeckt habe und er (zumindest) beim Frühstück nichts vermisst habe. Hier kamen wir auch auf unseren Lieblingsaufstrich: Rote-Beete-Meerrettich (yummy).

Die zweite Woche startete dann jedoch weniger gut, denn mein Freund wurde von ziemlich heftigen Kopfschmerzen geplagt und unsere Verdauung spielte verrückt. Dies war etwas, was uns über unsere gesamte vegane Zeit begleitete. Hier muss man sagen, dass wir darauf achteten, weiterhin ausgewogen zu essen und auf unsere Proteine zu kommen. Dies ist für uns als Sportler besonders wichtig, war aber alles andere als einfach. Wir nahmen u.a. Linsen und proteinreiche Sojaprodukte zu uns, doch diese waren hauptsächlich der Auslöser unserer Verdauungsbeschwerden. Natürlich ist jede Ernährungsumstellung auch eine Herausforderung für den Magen-Darm-Trakt, dennoch hatte ich das Gefühl, dass Sojaprodukte diese Probleme und Unannehmlichkeiten noch unterstrichen. 

Etwas Gutes hatten die Sojaprodukte – insbesondere Sojamilch – jedoch. Ich trank viel weniger Kaffee und sparte eine Menge Geld, da ich mir lediglich einen Kaffee – meistens aber überhaupt keinen „to-go“ kaufte. Der Grund hierfür lag in der Sojamilch, die mir leider gar nicht schmeckte und ich somit lieber darauf verzichtete. Natürlich gibt es eine Menge Milchalternativen, die auch wirklich lecker sind (z.B. Mandelmilch, Cashewmilch oder Hafermilch) – allerdings schäumen sie nicht in meinem Milchaufschäumer und eignen sich nicht für meinen geliebten Cappuccino. 

Etwas, das mir fast schon leid getan hat, ereignete sich ebenfalls in Woche zwei. Mein Freund und ich gingen gemeinsam einkaufen und mit jedem Regal, an welchem wir vorbei gingen, sank die Laune meines Freundes und er wurde am Ende unseres Einkaufs fast schon sauer. Er sagte, dass es ihm noch nie passiert sei, dass er beim Einkaufen schlechte Laune bekomme. Dies lag daran, dass er an den Regalen vorbei lief und lediglich die Dinge sah, die er nicht essen durfte und sich somit extrem eingeschränkt fühlte. Als ich dann auch noch ein relativ leichtes Gericht (Kartoffeln mit Salat und Sojaquark) auf den Tisch stellte, war es ganz aus. Er hatte eine Food-Depression. 

„Nothing hurts a good soul and a kind heart more than to live amongst people who don’t understand it“ 

Ich muss wirklich sagen, dass es nicht nur negative oder schwierige Situationen als „Wahl-Veganer“ gab. Wir entdeckten durchaus auch Dinge, die uns geschmeckt und überrascht haben oder wesentlich besser waren als gedacht. Beispielsweise habe ich die Erfahrung gemacht, dass Tofu überhaupt nicht langweilig und nach Pappe schmecken muss, sondern wirklich lecker sein kann. Eine absolute Empfehlung und Entdeckung, die ich gemacht habe, ist Mandel-Nuss-Tofu von Dm. Diesen kaufe ich mir nun auch nach unserer vegan-experience hin und wieder und auch mein Freund isst ihn gerne. 

Ein weiteres Gericht, das uns weiterhin begleitet, sind Summerrolls. Mein Freund ist der absolute Summerroll-Origami-Begabte bei uns, denn ich kann zwar die Füllung vor- und zubereiten, habe aber meine Schwierigkeiten mit dem Falten. Lecker sind sie aber auf jeden Fall und kommen gänzlich ohne Fleisch, Fisch oder andere tierische Produkte aus. 

Was wir ebenfalls weiterhin essen sind Lupinen-Schnetzel (hiermit lässt sich wunderbar ein veganer Döner zubereiten), super leckere Lupinen-Filets (unser Lieblingsgericht sind Lupinen-Filets mit Mango-Chutney) und die super leckeren Aufstriche, die es nach wie vor zum Frühstück gibt. Allerdings achten wir darauf, dass die Aufstriche nicht all zu fettig sind oder unnötig viel Zucker enthalten. Dies ist in der Tat etwas, das uns an der veganen Ernährung negativ aufgefallen ist. Vielen Produkten sind unnötige Zusatzstoffe, Fette oder Zucker zugesetzt, was wir in unserer regulären und in der für uns normalen Ernährung nicht zu uns nehmen. Vegan heißt leider nicht automatisch gesund.  Man sollte daher schon darauf achten, dass man diese Produkte meidet und sich dennoch ausgewogen ernährt.

Zusammenfassend muss ich also sagen, dass unsere veganen vier Wochen eine tolle Erfahrung waren, denn wir haben viele neue Lebensmittel kennengelernt, ich persönlich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören und bin mir darüber bewusst geworden, dass wir in unserem Alltag viel zu viel tierische Produkte – insbesondere Fleisch – zu uns nehmen. Zukünftig haben wir uns vorgenommen, wesentlich weniger Fleisch zu essen und wenn wir dies tun, Bioqualität zu kaufen. Wir möchten diese abartige Massentierhaltung und Quälerei nicht länger unterstützen und kaufen kein Fleisch vom Discounter. Auch beim Fisch und bei Obst, Gemüse und unseren anderen Lebensmitteln achten wir auf Nachhaltigkeit und regionale Produkte. Dies haben wir aber auch schon vor unserer veganen Challenge getan.

Letztendlich ist es natürlich jedem selbst überlassen, was er oder sie über Nachhaltigkeit, Ernährung und Veganismus denkt und wie man die eigene Ernährung gestaltet. Ich kann nur für mich selbst sprechen und sagen, dass ich nicht auf Fisch, Fleisch und Eier verzichten möchte, dennoch darauf achten möchte, dass diese Produkte nicht aus der Massentierhaltung stammen. Gesunde und nachhaltige Ernährung muss nicht immer überteuert sein. Viele vegane Lebensmittel mit Bio-Qualität und aus nachhaltiger Produktion/Haltung bekommt ihr mittlerweile auch ganz einfach online (z.B. hier

Was denkt ihr darüber? Ich würde mich über Kommentare, Tipps und/oder Anregungen freuen.