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Saisonale Lebensmittel – Saisonkalender

Hallo ihr Lieben,

wahnsinn – was ist das für ein Sommer in Deutschland bisher, oder? Anfangs fand ich es noch super, dass es so warm ist und man viel Zeit draußen verbringen kann. Wenn man Urlaub hat, ist das ja auch kein Problem. Muss man jedoch arbeiten, ist die Wärme auf Dauer eher lästig. So langsam ist es aber mehr als genug und bei Temperaturen jenseits der 30 Grad schon seit Wochen ist es auch mir zu heiß. Glücklicherweise waren wir im Urlaub und konnten so etwas kühlere kanadische Luft tanken, die in diesem Jahr aber auch für kanadische Verhältnisse sehr warm war. Zurück in Deutschland hat man jedoch eher das Gefühl, man sei in den Tropen oder in der Wüste. Gerade im Büro ist es derzeit kaum auszuhalten.

Müsst ihr noch arbeiten oder seid/wart ihr schon im Urlaub?

Dieser Beitrag soll sich aber nicht um Urlaub drehen, denn ein ausführlicher Bericht über unseren Sommerurlaub folgt demnächst. Stattdessen geht es hier heute um saisonale Lebensmittel und Gerichte und um ehrlich zu sein, hier spielt das Wetter eine enorm wichtige Rolle. Während es Sommer gab, die zu kalt waren und beispielsweise für Einbußen in der Erdbeer- und Spargelernte sorgten, ist dieser Sommer sehr heiß und dürfte viele Äcker und Felder in Wüsten verwandeln.

Seit ich durch meinen Freund Wert darauf lege, hauptsächlich Bio-Lebensmittel zu kaufen, ist es mir auch wichtig, auf saisonale Produkte zu achten und eben nicht im Januar Erdbeeren mit 25000 Flugkilometern zu kaufen. Generell finde ich, dass wir alle mehr auf unseren ökologischen Fußabdruck achten sollten, denn wir haben nur diese eine Erde und sind dabei, diese zu zerstören. Ich finde es absolut widerlich, wie wir unsere Natur zerstören und vollmüllen und bei vielen Menschen nicht einmal ein Bewusstsein dafür zu existieren scheint, welche Spuren man mit seinem Lebensstil und Konsumverhalten hinterlässt.

Das ist mir durch unseren Kanadaurlaub erst wieder einmal so richtig bewusst geworden – überall Plastikverpackungen, off-season Lebensmittel und importierte Ware ohne Ende. Warum braucht man in Kanada Scallops aus China, wenn es diese an der kanadischen Küste gibt? Muss man unbedingt Lobster importieren, nur weil es ein Touristenhype und die Lobster-Season zu Ende ist? Braucht es in Deutschland ganzjährig Erdbeeren, weil die heimischen nur zwischen Mai und Juni Hochsaison haben und dann im Vergleich auch noch etwas teurer sind? Dies sind aber nur ein paar Beispiele von vielen. Natürlich steckt hier – wie so häufig – jede Menge Geld dahinter.

Regionale und saisonale Produkte zu beziehen ist, wie ich finde, ein Schritt in die richtige Richtung, denn es unterstützt die lokale Landwirtschaft und wenn man mal ehrlich ist, haben wir hier in Deutschland genügend Auswahl an saisonalem Obst und Gemüse. Leider geraten saisonale Lebensmittel durch das große Angebot im Supermarkt zunehmend in den Hintergrund. Hierdurch wird es auch immer schwieriger zu wissen, welche Produkte wann Saison haben und nicht gerade vom anderen Ende der Welt bezogen werden.

Aktuell haben Kirschen Hochsaison und sie gehören neben Erdbeeren zu meinem saisonalen Lieblingsobst. Erdbeeren, Kirschen, Spargel (und viele andere Lebensmittel) kaufe ich nur zur jeweiligen Saison, denn dann hat man das gesamte Jahr über etwas, auf das man sich freuen kann und ich finde, vom Bauern von nebenan schmeckt alles gleich doppelt so gut, oder? Mit Kürbis ist das genauso. Ich kann es im Herbst kaum erwarten, dass die Kürbissaison beginnt. Wer sich unsicher ist, welches Lebensmittel wann gut aus heimischen Regionen zu beziehen ist und gerade Saison hat, der kann hier in diesem praktischen Saisonkalender nachsehen.

Wie handhabt ihr das? Achtet ihr auf saisonale und regionale Lebensmittel? Woher bezieht ihr euer Obst und Gemüse und nutzt ihr Saisonkalender?

Damit ihr auch eine Idee bekommt, was man mit Kirschen leckeres anstellen kann (Kirschen passen nämlich nicht nur zu Süßspeisen, Kuchen und Co), habe ich hier ein tolles herzhaftes Rezept für euch. Wie wäre es heute Abend mit einem Rinderfilet an Süßkartoffelpüree, glasierten Zwiebeln und Kirschsauce?

Wer die Küche jedoch lieber kalt lassen will, dem empfehle ich mein leckeres Kirscheis. Das Rezept ist einfach und funktioniert sowohl im Tiefkühler (dann aber mit Rühren und etwas Geduld) oder aber mit der Eismaschine.

Kommt gut durch die Hitze!

Rinderfilet mit Süßkartoffelpüree an Kirschsoße

Zutaten
600 g Rinderfilet Mittelstück, pariert
Salz
grober Pfeffer
1 EL Butterschmalz
4 mittelgroße Süßkartoffeln
etwas Gemüsebrühe
400g Süßkirschen, entsteint
1 Schalotte
1 TL brauner Zucker
250 ml trockener Rotwein
150 ml Rinderfond
1 TL Orangenabrieb von einer Bio-Orange
1 EL scharfer Senf
1 EL kalte Butter

Zubereitung
Den Backofen auf 100°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Nun das Fleisch waschen und trocken tupfen und in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden.

Anschließend in heißem Schmalz in einer Pfanne kurz von beiden Seiten scharf anbraten und in Alufolie gewickelt im Ofen ruhen lassen.

 

Für das Püree die Süßkartoffeln schälen, in Würfel schneiden und in etwas Gemüsebrühe weich kochen. Anschließend mit etwas Milch und einem Pürierstab pürieren. Mit Pfeffer, Salz und nach Bedarf mit etwas Zimt abschmecken.

 

Für die Soße die Kirschen waschen, abtropfen lassen, entsteinen und halbieren.

Die Schalotte häuten und fein hacken und in der bereits benutzten Pfanne im Bratensatz anschwitzen. Mit Zucker bestreuen und leicht karamellisieren lassen. Mit Wein und Fond ablöschen und die Kirschen zugeben. Den Orangenabrieb und zugeben, ca. 8 Minuten leise köcheln und etwas einreduzieren lassen. Das Rinderfilet auspacken, den ausgelaufenen Fleischsaft in die Sauce geben, mit Senf, Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss mit der eiskalten Butter abbinden. Das Filet kurz in der Soße schwenken und servieren.